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Es ist davon auszugehen, dass die Krise in der Euro-Zone 2011 ein Dauerthema bleibt. Im zweiten Halbjahr werden viele amerikanische Städte, Gemeinden und Bundesstaaten de facto oder auch de jure bankrott sein, denn die US-Bundesregierung kann und will nicht mehr helfen wie bisher. Wenn der Dollar taumelt, wird der Preis für Gold durch die Decke schiessen.
Das Jahr 2012
Sehen wir den Tatsachen ins Auge:
Zwischen Euroland und dem anglo-amerikanischen Finanzsystem ist ein Krieg ausgebrochen.
Weltweit stehen nicht mehr genug Sparvermögen zur Verfügung, um die Defizite der westlichen Staaten zu finanzieren. Das bestätigte die OECD im Dezember 2011:
Hans Blommestein, Leiter der Verwaltung der öffentlichen Schulden bei der OECD, sagte, das Marktgeschehen heutzutage führe zu Situationen, in denen geradezu „tierische Verhaltensweisen“ dominieren und die Marktdynamik widerzuspiegeln scheinen. Diese abnormalen Verhaltensweisen trieben die Sollzinssätze vor sich her, die von Staaten zu zahlen sind - mit schwerwiegenden Folgen für die Staatsschulden.
Für die absehbare Zukunft wird es eine "große Herausforderung" für eine breite Palette von OECD-Ländern, große Kreditsummen in den privaten Märkten überhaupt noch zu bekommen.
„Rollover Risiken“, also die Gefahr für ein Land nicht in der Lage zu sein, seine Altschulden bei Fälligkeit in Neuschulden umwandeln zu können, zwingen diese, sich an die Europäische Zentralbank zu wenden oder auf der anderen Seite des Atlantiks Tricks mit der FED und dem dubiosen US-amerikanischen Bankengemisch zu verabreden, will man einen Zahlungsausfall (Staatsbankrott) vermeiden.
Laut OECD betrug das Brutto-Kreditaufnahme-Bedürfniss der OECD-Regierungen im Jahr 2011 $ 10.400 Milliarden (in Worten: zehntausendvierhundert Milliarden) - korrekt heisst das 10,4 Billionen, nur versteht das niemand - und wird bis zu $ 10.500 Milliarden im Jahr 2012 anwachsen. Das ist ein Anstieg von $ 1.000 Milliarden gegenüber 2007 und fast doppelt so viel wie im Jahr 2005. Diese kaum fassbaren Zahlen unterstreichen die Risiken für die meisten hoch entwickelten Volkswirtschaften, die in vielen Fällen kurz davor stehen, aus dem privaten Markt herauskatapultiert zu werden.
Das wiederum erklärt, weshalb die USA und ihr Pudel Großbritannien in ihren Versuchen, an das verbleibende Kapital zu kommen, immer aggressivere Methoden anwenden. Euroland, das nach objektiven Kriterien für Investoren eigentlich deutlich attraktiver sein müsste als die USA, ist dabei der Wettbewerber, der aus dem Weg geräumt werden soll.
Eine Waffe, die das anglo-amerikanische Finanzsytem einsetzt, sind die drei grossen Rating Agenturen „Fitch“, Moody´s“ und „Standard & Poor´s“. Wie ein gekaufter Schiedsrichter im Fussball, der stets Spielern einer einzige Mannschaft rote Karten zeigt und fragwürdige Elfmeter gegen sie verhängt, kommt es einseitig gegen Staaten der Eurozone zu angedrohten oder durchgeführten Abwertungen wie selbst gegen Einrichtungen der Eurozone (EFSF). Gegen die kaputten USA hat es allein „Standard & Poor's“ im August 2011 gewagt, ein zaghaftes Downgrading durchzuführen; die anderen beiden Agenturen zieren sich wie die Zicke am Strick.
Auch hat Nicolas Sarkozy Recht, wenn er fragt, warum gegenüber Grossbritannien noch keine Abstufung erfolgt ist. Am 20. Dezember 2011 deutete „Moody´s“ - zaghaft - eine Prüfung der britischen Bestnote an.
Die britischen Steuerzahler, deren Regierung 2008 die nationalen Banken mit 1800 Milliarden Pfund (!) vor dem Konkurs rettete, waren weltweit diejenigen, die nach der Lehman-Pleite den höchsten Preis für die Rettung der Finanzindustrie bezahlen mussten. Die britische Regierung hat die Unverfrorenheit, diese Zahlungen als „Investition“ zu deklarieren, statt als „Schulden“. Auf den Gewinn aus dieser „Investition“ wird man lange warten müssen. Sowohl die öffentlichen wie die privaten Schulden sind erheblich. Das Staatsdefizit liegt bei 10,4%, damit nur knapp weniger als das Griechenlands. Die private Verschuldung beträgt 155% des BIP. Die britischen Immobilieninvestoren werden 2012 nicht mehr in der Lage sein, 156 Milliarden USD Kredite zu refinanzieren. Die Inflationsrate liegt - sogar offiziell - um die 5% und zu exportieren hat man nichts ausser ein paar befähigten Konstrukteuren des Formel 1 Rennsports, was das Aussenhandelsdefizit aber leider kaum beeinflusst. Die Rating Agenturen schonen nicht nur die USA, sie schonen auch deren Pudel Grossbritannien und schießen sich lieber auf Euroland ein.
Logische Frage daher:
Wer sind eigentlich die Eigentümer der drei großen Rating-Agenturen?
Sie gehören überwiegend großen amerikanischen Banken und Hedge Fonds. Es tauchen da Namen auf wie Warren Buffetts „BERKSHIRE HATHAWAY, INC“, „Capital World Investors“, „VANGUARD GROUP, INC“, „STATE STREET CORPORATION“, der „Hearst“ Familien Trust, die „Mc Graw-Hill Companies INC“, in der sich wiederum vereinigen „STATE STREET CORPORATION“, „VANGUARD GROUP, INC“, „OPPENHEIMER FUNDS, INC“, „PRICE (T.ROWE) ASSOCIATES INC“, „BlackRock Institutional Trust Company“, „FIDUCIARY MANAGEMENT, INC“, „Capital World Investors“.
Viele dieser Eigentümer sind alte Bekannte. Man findet sie auch wieder, wenn man die Eigentümer einiger US-Banken sucht wie „Citigroup“, „Wells Fargo Bank“, „Bank of America (BOA)“, JP Morgan Chase“ und - natürlich - „Goldman Sachs“ (Quelle Bankster).
Die anglo-amerikanischen Rating-Agenturen sind somit als "Kampfwaffen" identifiziert. Man denkt an den berühmten Dean Martin Film „Denn sie wissen nicht, was sie tun“:
Euroland ist der größte Handelsblock weltweit, verfügt über weltweit das größte Sparvermögen. Die Euro-Zone hat im Vergleich zu den Vereinigten Staaten ein deutlich niedrigeres Fiskaldefizit (vier Prozent des BIPs gegenüber nahezu zehn Prozent des BIPs in den USA) und weist anders als die USA kein Zahlungsbilanzdefizit auf.
Euroland verteidigt sich:
- Mit dem ersten sogenannten „Dreijahrestender“ vom 21. Dezember 2011 legte die EZB ein gigantisches Stützungsprogramm auf. Das zweite folgt am 28. Februar 2012 unmittelbar vor dem Auslaufen von Staatsanleihen von Italien, Spanien und Frankreich über ca. 603 Milliarden Euro. Euroland nimmt dabei hohe Inflation und eine Haftung des Steuerzalers in Kauf.
- Euroland wird gegen Ende 2012 immer mehr dazu übergehen, mit Nachdruck zu versuchen, den Euro als Zahlungsmittel all seiner Außenhandelsgeschäfte durchzusetzen, einschließlich der Bezahlung von Energielieferungen. Die Banken im Euroraum hatten noch vor kurzer Zeit einen Bedarf gehabt von 1.300 Milliarden Dollar. Dieser wurde zwischenzeitlich gesenkt auf 800 Milliarden Dollar und dürfte 2012 wohl nur noch 500 Milliarden Dollar betragen. Die Banken der Wall Street und der Londoner City hatten den Euro-Banken ohne Vorwarnung im Rahmen der Euro-Debatte ab Oktober 2011 den Dollarhahn zugedreht.
Die Entscheidung der Euroländischen Banken, ihre Geschäftstätigkeiten in Dollar zu reduzieren, wird ab Ende 2012 zweierlei bewirken:
- Einen starken Rückgang der Dollarnachfrage weltweit
- und eine Zunahme der Kreditvergabe in Euro.
Da auch zunehmend der Handel zwischen den BRICS in deren Währungen abgewickelt wird und gleichzeitig im asiatischen Raum der Yuan immer stärkere Verbreitung findet, werden 2012 zwei weitere große Währungsräume entstehen. Der Zusammenbruch der Nachfrage nach Dollar für den weltweiten Handel wird dazu führen, dass unvorstellbare Dollarmassen in die USA zurückfliessen werden und zu einer Hyperinflation beitragen.
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Das Krisenrad dreht immer schneller
Der Welt wird gerade in Erinnerung gerufen, dass die USA und nicht etwa Griechenland und Europa das Epizentrum der umfassenden weltweiten Krise sind. Nach drei Monate langen Verhandlungen über Schritte, wie der riesige Schuldenberg der Vereinigten Staaten abgetragen werden kann, ist die überparteiliche Kommission des US-Kongress - das sog. „Super-Komitee“ - gescheitert. Amerikas Staatsschulden belaufen sich derzeit auf rund 15 Billionen Dollar. Im vergangenen Haushaltsjahr, das am 30. September endete, waren nach Angaben des Finanzministeriums allein 1,3 Billionen Dollar hinzugekommen.
Das vorhersehbare Scheitern des „Superausschusses“, das lediglich ein Symptom für die vollständige Lähmung des politischen Systems der USA ist, wird umgehend schwerste Folgen zeitigen:
- Die Bonitätsnote der USA wird weiter herabgestuft werden.
- Die chinesische Rating- Agentur Dagon hat bereits erklärt, sie werde die Note weiter absenken, sollte der Superausschuss scheitern.
- S&P wird wohl die US-Bonität noch um eine Note herabstufen,
- und auch Moody’s und Fitch können nicht anders; schließlich hatten sie den USA nur einen Aufschub für die Herabstufung eingeräumt unter der Bedingung, bis Ende des Jahres die Defizite zu senken.
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Gruselkabinett der Banken dieser Welt
„Die Bereitschaft von Investoren, sich längerfristig in Banken zu engagieren, ist nicht sehr ausgeprägt“, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Mitte November. Ohne Hilfen der EZB sähe die Lage noch dramatischer aus.
Die europäischen Banken bekommen am Kapitalmarkt kaum noch frische Euro. "Derzeit kann sich praktisch keine Bank ohne Sicherheiten Geld leihen, erst recht nicht längerfristig", sagte ein Banker. Selbst wenn die Institute Sicherheiten bieten, finden ihre Anleihen kaum noch Käufer.
Die Notenbank hat Banken in der Euro-Zone bislang rund eine halb Billion an Geldern zur Verfügung gestellt, um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden.
Das "Wall Street Journal" berichtete von Plänen eines Täuschungsmanövers der Banken, Vermögenswerte untereinander zu tauschen und diese dann als Sicherheiten bei der EZB zu hinterlegen.
Wegen der Euro-Schuldenkrise leihen sich die Banken derzeit untereinander kaum mehr Geld, weil sie sich angesichts drohender Abschreibungen auf Staatsanleihen gegenseitig misstrauen. Sie parken ihr überschüssiges Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank - trotz niedriger Zinsen.
Schauen wir uns die Lage einiger Banken ganz konkret an:
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Letzte Aktualisierung ( Monday, 21 November 2011 )
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Weiter Zeitbomben, die Banken dieser Welt
Mit einem internationalen Abkommen ("Basel III") werden die Geldhäuser verpflichtet, mehr Eigenkapital vorzuhalten. Das soll sie in der Krise stabiler machen. In Deutschland zwingt die Regierung die Branche zu einer Bankenabgabe, um für Notfälle eine Reserve anlegen zu können. Die USA verabschiedeten ein dickes Gesetzespaket, das die Banken disziplinieren soll. So sind nun dort, anders als hierzulande, sogenannte Eigengeschäfte verboten; also jener Wertpapierhandel, der nicht im Auftrag der Kunden erfolgt, sondern wo mit eigenem Geld (oder eigenen Krediten) spekuliert wird. In Wirklichkeit ist das alles Augenwischerei: - Beispiel Basel III: Die USA, nach wie vor das globale Finanzzentrum, haben schon die Vorgängerregelung Basel II nicht übernommen. Dass sie Basel III einführen, ist genau so wenig zu erwarten. Ohnedies bringen die neuen Vorschriften nur eine bescheidene Verbesserung der Sicherheitsstandards. Ursprünglich hieß es, die Banken sollten zukünftig nur das 25fache ihres Eigenkapitals an Krediten vergeben dürfen; daraus wurde dann, nach zähen Verhandlungen, das 33fache. Und auch diese Auflagen müssen die Banker erst ab 2013 erfüllen, voll wirksam sollen sie erst ab 2018 sein. Ein Schonprogramm für die Banken.
- Beispiel deutsche Bankenabgabe: Sie sollte ursprünglich den "Restrukturierungsfonds" mit einer Milliarde Euro jährlich auffüllen. Das ist ein geradezu lächerlich niedriger Betrag, gemessen an dem, was der Staat für die Rettung des Geldgewerbes in Deutschland ausgeben musste (21 Milliarden für die Landesbanken, 18 Milliarden für die Commerzbank, 10 Milliarden für die Hypo Real Estate). Außerdem wird aktuell nicht mal die Milliarde erreicht. Der Berechnung der Abgabe haben die Gesetzesmacher den Abschluss nach deutschem Handelsgesetzbuch zugrunde gelegt, nicht den internationalen Standard IFRS. Ergebnis: Statt der erhofften 500 Millionen Euro muss beispielsweise die Deutsche Bank nur mickrige 73 Millionen in den Fonds einzahlen.
- Beispiel Eigenhandel: Außerhalb der USA mehren die Geldhäuser nach wie vor munter Gewinne und Risiken, indem sie auf eigene Rechnung handeln. Und in den USA, wo der Gesetzgeber scheinbar konsequent agierte, wird die Regelung fröhlich ausgehebelt. Statt der Banken sind es nun die unkontrollierten Hedgefonds, die dieses Geschäft betreiben.
Mehr denn je gilt der zynische Satz, dass ein nicht geringer Teil der Geldhäuser zu groß ist, als das man eines dieser Institute in den Bankrott schicken könnte. Inzwischen sind die Großen noch größer geworden. Und die Krise machte es paradoxerweise möglich. An der Wallstreet beispielsweise schluckte JP Morgan die konkursreife Investmentbank Bear Sterns. In Deutschland vereinnahmte die Deutsche Bank zunächst die Postbank und dann das Kölner Bankhaus Oppenheim samt BHF Bank. In 13 europäischen Staaten arbeiten derzeit Banken, deren Bilanzsumme das Sozialprodukt dieser Länder übersteigt.
Was ist eigentlich das klassische Geschäftsfeld einer Bank? - Gespartes Geld entgegennehmen,
- Kredite an Wirtschaft und Private ausreichen.
Tatsächlich hat sich die Geldbranche in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter von jenem Teil der Wirtschaft entfernt, der reale Werte schafft. Sie mehrt nicht mehr den allgemeinen Wohlstand, sondern vornehmlich ihr eigenes Personal.
Beim Stresstest 2010 waren die Kriterien so weich definiert, dass ihn selbst die irischen Banken mühelos bestehen konnten. Wenige Monate später waren sie alle zahlungsunfähig. |
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Was wird passieren?
Während die EZB weiter munter den Anleihe-Schrott aus Griechenland, Irland und Portugal aufkauft, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) jüngst beschlossen, weder griechische noch irische Regierungsschulden weiter als Sicherheiten zu akzeptieren. In Deutschland wurde kaum über diesen Schritt berichtet und wenn, dann hat die deutsche Presse zumeist die Schweizer für ihr „unsolidarisches“ Verhalten kritisiert.
Während Europäische Zentralbank und US-Notenbank Federal Reserve (Fed) weiter mit dem Bleifuß auf dem geldpolitischen Gaspedal fahren, sind neben Australien einige Emerging Markets wie z.B. China, Brasilien und Indien bereits dabei, vorsichtig den Fuß vom Gas zu nehmen oder gar zu bremsen.
Es ist davon auszugehen, dass die Krise in der Euro-Zone 2011 ein Dauerthema bleibt. Bestenfalls kann sich die EU-Bürokratie durch die Einrichtung eines „unbegrenzten Rettungsschirms“ bzw. durch die de facto Einführung von gemeinschaftlichen Euro-Anleihen erneut Zeit auf Kosten der deutschen Steuerzahler erkaufen.
Das Jahr 2011 wird viel Klarheit auch denen bescheren, die derzeit noch den Ernst der Lage nicht wahrhaben wollen. Es wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass ein grosser Teil der Schulden, die die sogenannten führenden westlichen Industrienationen über zwei Jahrzehnte hinweg und seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers verstärkt aufgehäuft haben, nie werden zurückgezahlt werden können. Vielen Menschen wird das spätestens im zweiten Halbjahr dämmern, vielleicht ab Oktober. Zu diesem Zeitpunkt nämlich werden viele amerikanische Städte, Gemeinden und Bundesstaaten, denen die US-Bundesregierung finanziell nicht mehr zur Seite wird stehen können, de facto oder auch de jure bankrott sein. Ausserdem ist das die Zeit, in der die europäischen Staaten einen großen Teil ihrer Schulden wegen Zeitablaufs zu refinanzieren haben. Grossbritanniens Schulden eingerechnet sind das mehr als Euro 1.500 Milliarden pro Jahr (2011 und 2012), um die es dann konkret gehen wird.
Richtig explosiv sind die kommenden „Eurobonds“. |
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Letzte Aktualisierung ( Monday, 17 January 2011 )
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Strukturproblematik, Systemstabilität und der Zunder
Alle haben ein sehr ungutes Gefühl. Mit gutem Grund, wie wir versuchen, nachfolgend darzulegen.
Die eigentliche Strukturproblematik entwickelter Gesellschaftssysteme liegt darin, dass den unzähligen Ansprüchen und Versprechungen, welche die Institutionen dieser Gesellschaftssysteme ausmachen –
- Altersvorsorge,
- Gesundheitswesen,
- Sozialtransfers
– immer weniger wirklich glaubwürdige reale Projekte gegenüberstehen, die das zu finanzieren in der Lage sind.
Das hängt unter anderem, vor allem wenn man an Japan und Europa denkt, mit der unausweichlichen Abnahme an jungen Leuten zusammen, welche reale Projekte überhaupt werden tragen können. Die Auswirkungen der demographischen Herausforderungen auf die existierenden Sozialsysteme sind zwar halbwegs bekannt, den politischen Alltag prägen sie wegen ihrer tiefen Attraktivität in Bezug auf die zum heutigen Zeitpunkt relevante Wählerschaft bei weitem zu wenig. Jahr für Jahr baut sich, schön langsam, Schicht um Schicht,
Überschuldungs-Zunder
auf; die demokratischen Mechanismen sind nicht in der Lage, der Asymmetrie zwischen kurzfristig ausgerichteter Realpolitik und den Anforderungen langfristiger Nachhaltigkeit Herr zu werden. Über die demographische Problematik hinausgehend scheinen die entwickelten Gesellschaftssysteme aber ganz allgemein - und das betrifft zwischenzeitlich auch die USA - in der Bewältigung von Ansprüchen und Versprechungen hoffnungslos überfordert.
- Wenn die staatlichen Institutionen diese Kosten darüber hinaus durch die Möglichkeit verschleiern, sich sozusagen unbeschränkt zu verschulden, beziehungsweise das „dicke Ende“ auf eine nächste Generation verschieben,
- und wenn es zudem noch gelingt, die laufend anfallenden Zinskosten für diese Verschuldung künstlich tief zu halten,
dann ist die Gefahr gross, dass sich daraus eine praktisch irreversible Spirale in Richtung höherer und nochmals höherer Verschuldung entwickelt.
Finanzkrise und Euro-Krise haben die Problematik ein erstes Mal einigermassen offengelegt. |
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Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 11 January 2011 )
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Die Fed weiss, dass sie am Ende ist Total Pleite sind die Banken weltweit. Auf 3,6 Billionen Dollar taxierte US-Ökonom Nouriel Roubini auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos Ende Januar 2009 den Abschreibungsbedarf bei den Banken weltweit. Damals war von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien und Belgien noch gar nicht die Rede. Das gesamtes Kapital der Banken weltweit beläuft sich aber auf nur etwa 1,4 Billionen Dollar. Angesichts dieser nicht lügenden Zahlen feierten die Banken gleichwohl ihre Rettung, die in den USA ganz vorn weg. Ein Wunder?
Der Finanzriese J. P. Morgan Chase verbucht trotz der Krise Milliardengewinne. Er griff mit Hilfe der Regierung gleich zweimal zu, als andere große Banken aus Not zu Schnäppchenpreisen verschleudert wurden: bei der Investmentbank Bear Stearns im März und bei der Sparkasse Washington Mutual im September. 2008, für die meisten Kollegen ein Katastrophenjahr, "war möglicherweise unser bestes Jahr", verkündete der Chef Jamie Dimon von Chase fröhlich auf der Hauptversammlung Ende Mai 2009.
Wir wissen, dass das alles pure Spiegelfechterei ist.
Ohne die Zentralbanken wie Fed und EZB, die - großzügig Sicherheiten für Kredite geben,
- kurzfristige Zinsen auf Rekordtief, implizite Staatsgarantien für Bankschulden und eine günstige Finanzierung erlauben,
- die Preise von Vermögenswerten durch Aufkäufe der Zentralbanken und lockere Bilanzregeln stützen,
- durch die Staatshilfe für schwache Banken verhindern, dass deren Ausfall als Geschäftspartner die starken belastet.
wäre das alles nicht möglich. Nur ist die Fed zwischenzeitlich selbst am Ende, und sie weiss das.
Trotz all ihrer weitreichenden Stützungsmaßnahmen - Leitzinsen bei 0%,
- Quantitative Easing,
- Subvention des Immobilienkreditmarktes,
- Rettungsaktionen für die Banken,
- massiver Aufkauf von privaten Forderungen und Staatsanleihen,
die sie seit 2008 ergriffen hat, springt die US-Wirtschaft nicht wieder an. Die Chefs der Fed müssen erkennen, dass sie nur ein Rädchen im System sind und nicht an den Schalthebeln sitzen. Da kann es auch nicht trösten zu wissen, dass man ein entscheidendes Rädchen ist. Denn gegen ein Problem, das das gesamte System betrifft, also den US-Finanzmarkt insgesamt, können auch sie nichts ausrichten. |
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Zinspolitik der Notenbanken im Jahr 2011
US-Notenbank Federal Reserve
Sorgenkind Nummer eins der Fed bleibt auch in den kommenden zwölf Monaten der Arbeitsmarkt. Eine bei knapp zehn Prozent liegende Arbeitslosenquote macht auch im vierten Jahr nach Ausbruch der ersten Turbulenzen an den Immobilien- und Finanzmärkten schmerzlich deutlich, wie eisern die Krise das Land ihres Ursprungs immer noch im Griff hat. Die Fed versucht mit viel Geld gegenzuhalten. Erst im Spätherbst öffnete Fed-Chef Ben Bernanke erneut die Tore und pumpt nun bis zum Sommer 2011 abermals viele Milliarden in die Wirtschaft. Und was dann? Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank rechnet in den USA mit einer späten Zinswende: "Die Fed wird vermutlich so lange warten, bis sie sich sicher sein kann, dass die Haushalte höhere Zinsen verkraften können." Dafür aber müssen mehr Menschen in Lohn und Brot sein, damit "die höheren Zinskosten durch zusätzliche Arbeitseinkommen ausgeglichen werden können. Wir rechnen zwar damit, dass die Fed ihr neues Programm zum Ankauf von Staatsanleihen im Sommer 2011 auslaufen lassen lässt. Den ersten US-Zinsschritt erwarten wir jedoch erst für Anfang 2012." Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist jedoch 2011 alles möglich: Erst kürzlich deutete Bernanke an, dass er im Notfall bereit wäre, sogar noch mehr Geld zu drucken.
Europäische Zentralbank (EZB)
Glaubt man den Experten der Schweizer Großbank UBS dann erhöht auf der anderen Seite des Atlantiks die EZB noch vor der Fed ihren Leitzins. "Einige der EZB-Falken werden bereits forscher. Die Debatte um die erste Zinserhöhung dürfte sich in der ersten Jahreshälfte 2011 klar intensivieren. Aus unserer Sicht ist es wahrscheinlich, dass die EZB sich vor Ende 2011 bewegt", schreibt EZB-Experte Stephane Deo. Neben der weiteren Entwicklung der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone spielt vor allem der Zustand des Bankensystems eine wichtige Rolle bei den Überlegungen der Notenbanker in Frankfurt. Sie hat im Dezember ihre Rundumversorgung für die Banken abermals verlängert und könnte ab dem Frühjahr erneut den Exit wagen. Von entscheidender Bedeutung wird sein, wer Anfang November Nachfolger des scheidenden Präsidenten Jean-Claude Trichet wird. Noch ist das Rennen um den Topjob keineswegs entschieden - sowohl Bundesbank-Präsident Axel Weber als auch Italiens Notenbankgouverneur Mario Draghi können sich Chancen ausrechnen. Ob am Ende einer von beiden oder gar wie von einigen Experten schon heute gemutmaßt ein dritter Mann Trichet, den Karlspreisträger 2011, beerbt, könnte am Ende das Fotofinish entscheiden.
Bank of England
Von der britischen Zentralbank erwarten die meisten Analysten erste vorsichtige Zinsschritte etwa im Gleichklang mit der EZB. Zuletzt hatte es im geldpolitischen Ausschuss um den Chef der Bank of England, Mervyn King (links), Differenzen über den künftigen Kurs der Notenbank gegeben.
Bank of Japan |
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"Globale Risiken 2011"
Die Welt verträgt keine weiteren großen Schocks. Das ist die Hauptaussage des Mitte Januar 2011in London vorgelegten sechsten Berichts "Globale Risiken 2011" *, der vom "World Economic Forum“ in Genf erarbeitet wurde. Die Finanzkrise habe die - wirtschaftliche Widerstandskraft verringert,
- gleichzeitig seien die geopolitischen Spannungen und sozialen Konflikte gestiegen,
schreiben die Autoren der unabhängigen Organisation, die 1971 als Stiftung gegründet worden war und den Weltwirtschaftsgipfel Ende Januar in Davos organisiert.
Wirtschaftliche Ungleichgewichte und ungedeckte Verbindlichkeiten könnten laut dem Bericht die Basis für weitere Staatsschulden- und Finanzkrisen legen.
Das Ziel bestand darin, die Wahrscheinlichkeiten, Konsequenzen und Zusammenhänge von 37 Risiken auf Sicht von zehn Jahren abzuschätzen. Für die Entstehung der globalen Finanzkrise seien langfristige strukturelle Schwächen der Weltwirtschaft verantwortlich gewesen, heißt es in dem Bericht. Nun sei durch - makroökonomische Ungleichgewichte,
- die wachsende Verschuldung von Industrienationen,
- die massiven ungedeckten öffentlichen Verbindlichkeiten aus den Sozialversicherungssystemen
- und die Volatilität an den Finanzmärkten
ein undurchschaubarer Komplex ökonomischer Risiken entstanden.
Durch den krisenbedingten Anstieg der Staatsverschuldung sei jedoch der Handlungsspielraum bei weiteren Krisen erschreckend klein geworden. |
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Letzte Aktualisierung ( Monday, 17 January 2011 )
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