Zusammenbruch des Bankensystems nicht unwahrscheinlich
"Die Finanzkrise in Europa ist eine Staatsschuldenkrise geworden, die ernste Auswirkungen auf die Währungsunion, Banken und die Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten hat", sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick Anfang September 2011.
Was passiert, wenn die Länder Irland, Griechenland, Portugal, Spanien und im Rahmen eines Domino Effektes auch Italien offiziell Bankrott erklären, die Rückzahlung der Schulden verweigern und den Euro los lassen und ihr eigenes Geld wieder einführen?
Genau vor diesem Szenario fürchtet sich die Hochfinanz, denn so käme es zu Abschreibungen von hunderten Milliarden und ihre Banken wären insolvent.
"Es ist offenkundig, um nicht zu sagen eine Binsenweisheit, dass es zahlreiche europäische Banken nicht verkraften würden, müssten sie die im Bankbuch gehaltenen Staatsanleihen auf Marktwerte abschreiben." Das sagte am 5. September 2011 beim „Handelsblatt“ niemand anderes als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Urs Rohner, Verwaltungsratschef der Credit Suisse, fürchtet gar, dass der eigentliche Umbruch bei den Banken gerade erst begonnen hat. "Wir erleben derzeit tektonische Verschiebungen", beschreibt er das Ausmaß der Veränderung im Rahmen der Handelsblatt-Veranstaltung. Und noch ein prominenter Bankenvertreter kam zu Wort. Ulrich Schröder, der Vorstandschef der KfW Bankengruppe: Die Lage heute sei schlimmer als 2008, weil viele Staaten anders als damals nicht in der Lage seien, Not leidende Geldhäuser aufzufangen. Für Schröder sind Bankenpleiten ein reales Szenario.
Die Anleger fürchten sich vor einer Staatspleite in Griechenland und davor, dass Spanien und Italien, ja sogar Frankreich in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise geraten. Sie schauen mit Bangen auf die USA, wo der Rückfall in die Rezession droht. Sie sorgen sich vor einem globalen Währungskrieg – und natürlich vor dem Zusammenbruch des Bankensystems.
Griechenland könnte aus gutem Grund sich zahlungsunfähig erklären und sich danach langsam auf den Weg der Sanierung machen. Mit dem Euro und knebelnden Sparprogrammen werden Länder wie Griechenland und ihre Menschen nie wieder auf die Beine kommen. „Default“ erscheint als praktikable Lösung.
Während früher immer wieder einzelne Länder bankrott gingen und so die Auswirkungen
auf die ganze Welt begrenzt blieben, spricht aktuell viel dafür, dass der Bankrott diesmal allumfassend ausfallen könnte. Selbst die EZB warnte im April 2011, eine "Umschuldung" Griechenlands könnte schlimmere Folgen haben als die "Lehman Krise".
Den Menschen wird es währenddessen dämmern, dass ihr Geld auf der Bank eben nicht sicher ist, und dass immer nur eine Winzigkeit der Anlagen in bar ausgezahlt werden kann.
Beginnt der Bank-Run, dann fallen die Banken innerhalb von Tagen.
Wer etwas mehr Geld bei der Bank angelegt hat, dem nutzt die nur begrenzte Einlagensicherung nicht viel.
Anleger können bei einer Bankpleite nur eine Entschädigung in Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung gerichtlich einklagen.
Auf die weit üppigeren Versprechen des freiwilligen Einlagenschutzes der Banken gibt es dagegen keinen Rechtsanspruch.
Diese Rechtsmeinung ist unter Juristen zwar schon länger bekannt, eine Urteilsbegründung des Landgerichts Berlin - Aktienzeichen 10 O 360/09 - vom Dezember 2010 rückt sie jetzt der breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein.
Axel Halfmeier, Professor für Privat- und Wirtschaftsrecht an der Frankfurt School of Finance, hält es für „problematisch“, dass die Banken nach außen hin Rechtssicherheit suggerierten. „In Wirklichkeit handelt es sich um eine unverbindliche Hoffnung - ebenso übrigens wie das Merkel-Versprechen, die Bundesregierung garantiere die Sicherheit aller Spareinlagen“, so der Jurist.
Hedgefonds wetten gegen deutsche, britische und amerikanische Banken. Große Banken haben massive Stellenstreichungen angekündigt: die britischen Geldinstitute Barclays und HSBC , die Schweizer UBS und Credit Suisse sowie die US-Häuser Goldman Sachs und Bank of America - große Namen demnach. Wie es aussieht, könnte auch die Deutsche Bank bald in diesen illustren Club aufgenommen werden. Die "Financial Times Deutschland" meldet, daß das größte deutsche Geldhaus im kommenden Jahr womöglich ein Sparprogramm auflegen muss - Stellenabbau inklusive.
In Europa setzt die Euro-Krise den Banken zu: Die Staatsanleihen der überschuldeten Länder wie Griechenland, Portugal, Irland oder Italien haben massiv an Wert verloren. Da gerade viele europäische Banken solche Anleihen in ihren Büchern haben, fürchten sie Verluste - und trauen sich teilweise gegenseitig nicht mehr über den Weg.
Die US-Institute dagegen kämpfen mit den Klagen und Schadensersatzforderungen der heimischen Behörden: Im Zuge der juristischen Aufarbeitung der US-Immobilienkrise von 2007 und 2008 mussten einige Banken bereits hohe Vergleichszahlungen leisten. Auch gegen die Deutsche Bank und deren US-Töchter laufen diverse Klagen.
In einem Stufenplan müssen die Banken ihr Eigenkapital bis 2019 erhöhen. Mit einem internationalen Abkommen ("Basel III") werden die Geldhäuser verpflichtet, mehr Eigenkapital vorzuhalten.
In Wirklichkeit ist das alles Augenwischerei:
- Beispiel Basel III: Die USA, nach wie vor das globale Finanzzentrum, haben schon die Vorgängerregelung Basel II nicht übernommen. Dass sie Basel III einführen, ist genau so wenig zu erwarten. Ohnedies bringen die neuen Vorschriften nur eine bescheidene Verbesserung der Sicherheitsstandards. Ursprünglich hieß es, die Banken sollten zukünftig nur das 25fache ihres Eigenkapitals an Krediten vergeben dürfen; daraus wurde dann, nach zähen Verhandlungen, das 33fache. Und auch diese Auflagen müssen die Banker erst ab 2013 erfüllen, voll wirksam sollen sie erst ab 2018 sein. Ein Schonprogramm für die Banken.
- Beispiel deutsche Bankenabgabe: Sie sollte ursprünglich den "Restrukturierungsfonds" mit einer Milliarde Euro jährlich auffüllen. Das ist ein geradezu lächerlich niedriger Betrag, gemessen an dem, was der Staat für die Rettung des Geldgewerbes in Deutschland ausgeben musste (21 Milliarden für die Landesbanken, 18 Milliarden für die Commerzbank, 10 Milliarden für die Hypo Real Estate). Außerdem wird aktuell nicht mal die Milliarde erreicht. Der Berechnung der Abgabe haben die Gesetzesmacher den Abschluss nach deutschem Handelsgesetzbuch zugrunde gelegt, nicht den internationalen Standard IFRS. Ergebnis: Statt der erhofften 500 Millionen Euro muss beispielsweise die Deutsche Bank nur mickrige 73 Millionen in den Fonds einzahlen.
- Beispiel Eigenhandel: Außerhalb der USA mehren die Geldhäuser nach wie vor munter Gewinne und Risiken, indem sie auf eigene Rechnung handeln. Und in den USA, wo der Gesetzgeber scheinbar konsequent agierte, wird die Regelung fröhlich ausgehebelt. Statt der Banken sind es nun die unkontrollierten Hedgefonds, die dieses Geschäft betreiben.
Stabile Banken in Panamá
Der IWF lobt die Stabilität der Banken Panamás. Der Finanzmarkt Panamás sei von den internationalen Turbulenzen verschont geblieben. Der IWF hebt insbesondere die Qualität der Anlagen der panamaischen Banken, deren außergewöhnlich hohe Liquidität, das Risikomanagement und die effektive Bankenaufsicht hervor.
Alle Bankindikatoren signalisieren Stärke wie etwa der “Kapitalanpassungsindex”, der das Verhältnis von vorhandenem Anlagekapital zum Darlehensgeschäft widerspiegelt.
Die Liquidität der Banken beträgt in Panamá ca. 58% der Einlagen. Das ist im internationalen Vergleich ein sensationeller Wert.
Die Wurzel der aktuellen Finanz- und Bankenkrise liegt in einem Wesenszug des Bankenwesens selbst: Keine Bank besitzt so viel Geld, wie sie verleiht. Die Geldhäuser haben zwar Eigenkapital - ob in Form von Immobilien, Edelmetall, Aktien oder Bargeld - doch bei weitem nicht so viel, wie sie verleihen. Das meiste Geld, mit dem Banker täglich hantieren, ist geborgt. Entweder von Sparern, die ihr Geld aufs Konto legen und so der Bank das Recht einräumen, damit zu wirtschaften. Oder aber von anderen Banken und den Zentralbanken. Das gesamte Bankenwesen funktioniert also auf Pump. Und damit auf der Basis gegenseitigen Vertrauens. Was passiert, wenn das fehlt, haben wir im Jahr 2008 erlebt.
Die panamaische Bankenaufsicht (Olegario Barrelier) faßt die Situation der panamaischen Banken der Nachrichtenagentur „Reuters“ gegenüber zusammen:
“Unsere Banken sind gut, sehr gut. Sie sind gesund, sie sind flüssig, das verfügbare Kapital ist doppelt so hoch wie das, was benötigt wird. Die Finanzierung der Banken beruht auf panamaischen Einlagen und ist völlig unabhängig von den internationalen Finanzmärkten.”
Auch in Panamá raten wir nicht dazu, Vermögensverwaltung über eine Bank zu machen. Die Banken bieten keine interessanten Produkte an. Da geht man besser zu einer "Casa de Valores".
Aber sorglos nutzen kann man die Banken Panamás für seine Alltagsgeschäfte.
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